Qualitätsanalysen

Seit 2011 werden die Qualitätsberichte für Infrastruktur und Betriebsqualität in Bielefeld gebündelt und als Qualitätsbericht SPNV NRW herausgegeben. Das seit 2009 durchgeführte Monitoring der Langsamfahrstellen in NRW (Netzzustandsberichte) wurde als Bestandteil der Infrastrukturanalyse in den Qualitätsbericht integriert. Somit erhält der Leser einen gesamten Überblick über die Qualität und mögliche Mängel des SPNV in NRW. Der Qualitätsbericht, der zudem jeweils aktuelle Themen des SPNV in NRW aufgreift, wird im Auftrag des Ministeriums für Verkehr (VM) erstellt.

Qualitätsbericht SPNV NRW 2016

Der Qualitätsbericht SPNV NRW 2016 liegt vor und fasst auf 63 Seiten die Situation der Betriebs- und Infrastrukturqualität in Nordrhein-Westfalen in einem landesweiten Bericht zusammen. Das beim NWL ansässige Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan (KC ITF NRW) ist Herausgeber des Berichtes, welcher jährlich im Auftrag des Ministeriums für Verkehr (VM) erstellt wird.

Die Linien des Nahverkehrs zeigen 2016 insgesamt eine höhere Pünktlichkeit als im Vorjahr (NRW-weit waren rd. 88 Prozent alle Nahverkehrszüge pünktlich). Am höchsten ist die Steigerung bei den RegionalExpress-Linien (+ 4,6 Prozentpunkte), die insgesamt so pünktlich wie zuletzt 2012 verkehrten. Hervorzuheben sind dabei zwei der Rückgratlinien des Landes, der RE 1 (Aachen – Köln – Hamm) und der RE 6 (Düsseldorf - Essen – Minden). Auch die Quoten der RegionalBahnen zeigen für 2016 eine Zunahme der Pünktlichkeit, während die S-Bahnen nach ihrem Rekordjahr 2015 leicht abgenommen haben. Weiterhin beeinträchtigen Trassenkonflikte v. a. mit Fernverkehrszügen und Kapazitätsengpässe v.a. auf den Hauptverkehrsachsen den täglichen Betrieb und erfordern eine gemeinsame Antwort aller Beteiligten für eine zukunftsfähige Lösung dieser Probleme.

Mit insgesamt 53 betriebenen Linien im nordrhein-westfälischen Nahverkehr ist die Deutsche Bahn AG weiterhin das führende Verkehrsunternehmen in NRW. Der Marktanteil von insgesamt rund 64 Prozent des jährlichen Leistungsvolumens (Zugkilometer) ist aufgrund zunehmend wettbewerblich vergebener Linien weiterhin Rückläufig. 2016 sind erstmals über 50 Prozent des jährlichen landesweiten Leistungsvolumens im Wettbewerbsverfahren vergeben. Bis 2019 wird insbesondere durch die Betriebsaufnahme des RRX-Vorlaufbetriebs und die Vergabe der S-Bahn-Linien des VRR dieser Wert auf über 80 Prozent steigen.

SPNV-Betreiber NRW 2016, Quelle: KC ITF NRW
SPNV-Betreiber NRW 2016 (PDF-Datei / 1 MB)

Die Auswertungen zur Entwicklung der SPNV-Nachfrage zwischen 2010 und 2016 zeigen insbesondere auf der Hauptachse zwischen Rheinland und Ruhrgebiet – der zukünftigen RRX-Stammstrecke - starke Fahrgastzuwächse (NRW-weit rd. 10% zwischen 2010 und 2016). Eine wichtige Entscheidung zu dessen Ausbau hat in 2016 das Bundeskabinett mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 getroffen, der die Umsetzung wichtiger Infrastrukturprojekte in NRW enthält. Auch die westfälischen Bahnknoten Münster, Hamm und Bielefeld weisen seit 2010 steigende Fahrgastzahlen auf.

Statistik und Datenmanagement

Zugausfälle in 2016 sind hauptsächlich auf zwei Schwerpunktthemen des vergangenen Jahres zurückzuführen: Ein spürbarer Anstieg der Baustellen im Streckennetz und ein bei mehreren Verkehrsunternehmen zu beobachtender Personalmangel. Baustellen in Düsseldorf und Köln haben 2016 v. a. für die Fahrgäste der S-Bahnen Haltausfälle und Umleitungen bedeutet. Regionalbahnen hingegen fielen häufig aus, weil den Verkehrsunternehmen kurzfristig zu wenig Personal für den Betrieb zur Verfügung stand. Vor allem das Thema Baustellen wird auch in den nächsten Jahren den Schienenverkehr in NRW beeinflussen.

Die jährlichen Zustandsbewertungen der rund 770 Verkehrsstationen durch die Aufgabenträger zeigen eine landesweite Verbesserung. 673 der insgesamt 770erfassten und nach den Kriterien Sauberkeit, Funktionalität und Graffiti bewerteten Stationen weisen ein Erscheinungsbild auf, welches als akzeptabel bzw. noch akzeptabel eingestuft wird. Mit 80 Stationen, denen ein „nicht akzeptables Erscheinungsbild“ bescheinigt wird, bleibt der Handlungsbedarf für Verbesserungen durch die Infrastrukturbetreiber weiterhin bestehen.

Ein lobenswertes Beispiel für Qualitätsverbesserungen durch die Modernisierungsprogramme des Landes steht in Westfalen. Mit dem Bahnhof Steinheim (Westf) ist 2016 erstmals ein Bahnhof aus NRW vom Verband „Allianz pro Schiene“ zum Bahnhof des Jahres gekürt worden.

Stationsqualität NRW 2016, Quelle: KC ITF NRW
Stationsqualität NRW 2016 (PDF-Datei / 259 kB)

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Langsamfahrstellen NRW

Als Langsamfahrstelle (La-Stelle) bezeichnet man einen Streckenabschnitt, auf dem aus unterschiedlichen Gründen die eigentliche zulässige Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt werden muss. Durch Bautätigkeiten, Mängel an der Infrastruktur oder signal- und sicherungstechnische Abhängigkeiten entstehen sog. La-Stellen im Streckennetz.

Die La-Analyse im Rahmen des Qualitätsberichtes NRW basiert auf einer stichprobenartigen, monatlichen Auswertung. Da La-Stellen bei der Erstellung des Jahresfahrplans (basierend auf sog. VzG-Unterlagen) nicht berücksichtigt werden, können sie bei entsprechender Ausprägung (Lage und Höhe der Geschwindigkeitsreduktion) erheblichen Einfluss auf die Fahrplanstabilität haben. Die NRW-Auswertung unterscheidet zwischen der Anzahl und der Länge der festgestellten La-Stellen. Mit Blick auf die Ergebnisse seit 2009 zeigt sich, dass der Umfang der La-Stellen bis 2015 sukzessive abbaut, während die Länge betroffener Streckenabschnitte 2016 beinahe dem Ausgangsniveau 2009 entspricht. 2016 ist insgesamt ein Anstieg der La-Stellen zu beobachten, der primär mit einer Zunahme der baustellenbedingten Geschwindigkeitsreduzierungen zusammenhängt.

Anzahl La-Stellen 2009–2016, Quelle: KC ITF NRW
Anzahl La-Stellen 2009–2016 (PDF-Datei / 29 kB)
Länge Länge La-Stellen 2009–2016, Quelle: KC ITF NRW
Länge La-Stellen 2009–2016 (PDF-Datei / 29 kB)

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Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe