Qualitätsanalysen

Seit 2011 werden die Qualitätsberichte für Infrastruktur und Betriebsqualität in Bielefeld gebündelt und als Qualitätsbericht SPNV NRW herausgegeben. Das seit 2009 durchgeführte Monitoring der Langsamfahrstellen in NRW (Netzzustandsberichte) wurde als Bestandteil der Infrastrukturanalyse in den Qualitätsbericht integriert. Somit erhält der Leser einen gesamten Überblick über die Qualität und mögliche Mängel des SPNV in NRW. Der Qualitätsbericht, in dem auch zahlreiche Vertreter der Branche zu Wort kommen, wird im Auftrag des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW (MBWSV) erstellt.

Qualitätsbericht SPNV NRW 2015

Der Qualitätsbericht SPNV NRW 2015 liegt vor und fasst auf 53 Seiten die Situation der Betriebs- und Infrastrukturqualität in Nordrhein-Westfalen in einem landesweiten Bericht zusammen. Das beim NWL ansässige Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan (KC ITF NRW) ist Herausgeber des Berichtes, welcher jährlich im Auftrag des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW (MBWSV) erstellt wird.

Das Pünktlichkeitsniveau der Nahverkehrslinien in Nordrhein-Westfalen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert, jedoch mit sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Bezogen auf die einzelnen Produktgruppen RegionalExpress, RegionalBahn und S-Bahn wird ein sehr heterogenes Bild erkennbar. Die S-Bahn NRW – seit Beginn der Pünktlichkeitsanalysen des KC ITF NRW das Produkt mit der höchsten Pünktlichkeit - steigert sich 2015 auf einen neuen Spitzenwert. Die RegionalExpress- und RegionalBahn-Linien hingegen erzielen die jeweils niedrigsten Pünktlichkeitsquoten seit 2010. Die RegionalExpress-Linien stellen nach wie vor die Produktgruppe mit den durchschnittlich niedrigsten Pünktlichkeitsquoten dar. Die Ursachen sind sehr vielfältig: Neben Trassenkonflikten mit dem Fernverkehr führen ebenso Infrastrukturengpässe wie auch verlängerte Fahrgastwechselzeiten bei stark nachgefragten Linien zu Verspätungen. Insbesondere die RegionalExpress-Linien mit langen Laufwegen wie die Linien RE 5 (Koblenz – Emmerich), RE 1 (Aachen – Paderborn) und RE 6 (Minden – Düsseldorf) sind hiervon – wie schon in den Vorjahren – besonders betroffen. Aus diesem Anlass wurde 2015 im Auftrag des KC ITF NRW – für ausgewählte RE-Linien im Hauptkorridor von NRW – erstmals eine Analyse der Verspätungsdaten nach Vorbild der Schweizerischen Bundesbahn durchgeführt. Erste Ergebnisse sind bereits im diesjährigen Qualitätsbericht zu finden.

Verspätungen NRW 2015, Quelle: KC ITF NRW
Pünktlichkeiten NRW 2015 (PDF-Datei / 173 kB)
Pünktlichkeiten RE-Linien 2015, Quelle: KC ITF NRW
Pünktlichkeiten RE-Linien 2015 (PDF-Datei / 99 kB)

Mit insgesamt 55 betriebenen Linien im nordrhein-westfälischen Nahverkehr ist die Deutsche Bahn AG weiterhin das führende Verkehrsunternehmen in NRW. Der Marktanteil von insgesamt rund 69 Prozent ist aufgrund zunehmend wettbewerblich vergebener Linien leicht Rückläufig. Beim Blick auf die Produktgruppe der RE-Linien zeigt sich, dass die Pünktlichkeit bei Direktvergaben z.T. deutlich hinter jener aus den wettbewerblich vergebenen Linien zurückfällt. Hier sind in erster Linie die seit Jahren verspätungsanfälligen RE-Linien RE 1, RE 5, RE 6 und RE 7 der DB AG zu nennen.

Im Jahr 2015 hat die hohe Zugausfallquote auf dem Vorjahr weiter zugenommen. Spürbaren Einfluss auf den Regelbetrieb hatten wie bereits in den Vorjahren unterjährige Bautätigkeiten an der Infrastruktur, die zu vorhersehbaren Ausfällen führten. Darüber hinaus haben die Streikphasen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer GDL im April und Mai den Betrieb vieler Linien der Deutschen Bahn beeinträchtigt und zu unvorhersehbaren Zugausfällen geführt. Der Ausfall des Stellwerks Mülheim-Styrum hingegen hatte bis auf den Haltausfall der Linie S 3 zwischen Essen und Oberhausen keine gravierenden Auswirkungen auf Zugausfälle im SPNV.

Im Bericht sind auch die Ergebnisse der landesweiten Stationserhebungen im Jahr 2015 durch die Zweckverbände enthalten. 653 der insgesamt 755 erfassten und nach den Kriterien Sauberkeit, Funktionalität und Graffiti bewerteten Stationen weisen ein Erscheinungsbild auf, welches als akzeptabel bzw. noch akzeptabel eingestuft wird (87 %). Bei 13 % der Stationen besteht jedoch dringender Verbesserungsbedarf.

Karte Stationsqualität 2015, Quelle: KC ITF NRW
Karte Stationsqualität 2015 (PDF-Datei / 206 kB)

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Langsamfahrstellen NRW

Als Langsamfahrstelle (La-Stelle) bezeichnet man einen Streckenabschnitt, auf dem aus unterschiedlichen Gründen die eigentliche zulässige Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt werden muss. Durch Bautätigkeiten, Mängel an der Infrastruktur oder signal- und sicherungstechnische Abhängigkeiten entstehen sog. La-Stellen im Streckennetz.

Die La-Analyse im Rahmen des Qualitätsberichtes NRW basiert auf einer stichprobenartigen, monatlichen Auswertung. Da La-Stellen bei der Erstellung des Jahresfahrplans (basierend auf sog. VzG-Unterlagen) nicht berücksichtigt werden, können sie bei entsprechender Ausprägung (Lage und Höhe der Geschwindigkeitsreduktion) erheblichen Einfluss auf die Fahrplanstabilität haben. Die NRW-Auswertung unterscheidet zwischen der Anzahl und der Länge der festgestellten La-Stellen. Erfreulicherweise zeigt sich mit Blick auf die Ergebnisse der letzten fünf Jahre, dass sich der Umfang der La-Stellen auf eher niedrigem Niveau in NRW einpendelt.

Anzahl La-Stellen 2010–2015, Quelle: KC ITF NRW
Anzahl La-Stellen 2010–2015 (PDF-Datei / 29 kB)
Länge La-Stellen 2010–2015, Quelle: KC ITF NRW
Länge La-Stellen 2010–2015 (PDF-Datei / 30 kB)

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Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe