Statistik und Datenmanagement

Das KC ITF NRW verfügt über eine umfangreiche Datenbank zu NRW-weiten Nachfrage- und Betriebsleistungsdaten, die regelmäßig fortgeschrieben wird. Damit zeitnah auf Nachfrageänderungen reagiert werden kann, werden die Daten zur Fahrgastnachfrage (z. B. Pkm, Ein- und Aussteiger je Station, Reisende je Streckenabschnitt) auf den SPNV-Linien in ganz NRW fortlaufend ausgewertet. So werden u.a. Untersuchungen zu Knotenbelastungen durchgeführt, aber auch Korridorbetrachtungen mit Auswertungen von Querschnittsbelastungen.

Auch neue Angebotskonzepte im Rahmen der ITF-Weiterentwicklung werden mit der Nachfrageentwicklung abgestimmt, um eine bestmögliche Abdeckung von Angebot und Nachfrage im SPNV in NRW zu gewährleisten. Zur Darstellung der Entwicklung des Verkehrsangebotes in NRW werden jährlich auf Basis der Jahresfahrpläne die Betriebsleistungsdaten aktualisiert (z. B. Zkm/Jahr je Linie und NRW-Teilraum).

Der NRW-Takt: Entwicklung von Angebot & Nachfrage

Mit Einführung des Integralen Taktfahrplan NRW (ITF) 1998 wird eine landesweit abgestimmte Angebotsentwicklung im SPNV verfolgt. Wichtige Meilensteine sind die ITF-Stufen 1 (1998) und 2 (2002), wodurch das jährliche Leistungsvolumen im SPNV von rd. 85 Mio. Zugkilometern (Zkm) auf rd. 101 Mio. Zkm gestiegen ist. Eine kontinuierliche Angebotsausweitung und Optimierung, bspw. durch den NRW-Takt 2010, führt bis 2016 zu einem weiteren Zuwachs von rd. 4,5 Mio. Zkm.

Die Akzeptanz der Fahrgäste fällt bei landesweiter Betrachtung im gleichen Zeitraum ungleich höher aus als die Mehrung an gefahrenen Kilometern. Die jährlichen Personenkilometer (Pkm) sind zwischen 2010 und 2016 auf rd. 10,4 Mrd. gewachsen. Mit dem NRW-Takt 2017 wurde zum Dezember 2016 der nächste Meilenstein in der Weiterentwicklung des ITF NRW umgesetzt, bei dem entscheidende Schritte auf dem Weg zum RRX-Zielnetz erfolgten.

Stark frequentierte Stationen

Den SPNV in NRW nutzen täglich rd. 2,7 Mio. Ein- und Aussteiger, die sich sehr unterschiedlich auf die 770 Bahnstationen in NRW verteilen. Rd. 28% der Fahrgäste nutzen eine der sieben Stationen mit täglich mehr als 50.000 Ein- und Aussteigern im SPNV, welche sich mit Ausnahme des westfälischen Knotenbahnhofs Münster alle entlang der zukünftigen Stammstrecke des RRX befinden. Von diesen haben Düsseldorf Hbf und Köln Hbf – mit täglich über 1.000 Nahverkehrsfahrten – die höchsten Fahrgastzahlen, es folgen die Hauptbahnhöfe Essen, Dortmund und Duisburg sowie der Fernverkehrsknoten Köln-Messe/Deutz. Neben Münster sind in Westfalen die Bahnhöfe Bielefeld, Hamm, Paderborn und Rheine die nachfragestärksten Stationen.

Der SPNV in NRW zeichnet sich jedoch nicht nur durch eine hohe Frequenz an den Stationen in den Verdichtungsräumen aus, er bietet auch in der Fläche des Landes Zugang zum Verkehrsträger Schiene. Stationen mit 3.000 oder weniger Ein- und Aussteigern am Tag bilden mit über drei Viertel aller Stationen einen wesentlichen Beitrag des landesweiten Nahverkehrsangebots.

Stark frequentiert – Die RRX-Kernstrecke

Die Abschnitte der zukünftigen RRX-Kernstrecke gehören zu den landesweit nachfragestärksten Schienenstrecken im SPNV.
In den vergangenen Jahren ist auf diesen Abschnitten die Zahl der Fahrgäste deutlich gestiegen. Im Jahr 2016 wurden erneut die Spitzenwerte früherer Jahre übertroffen. Zur Bewältigung der zukünftigen Nachfrageströme wird daher die zügige Realisierung des RRX (15-Min.-Takt, Kapazitätsausweitungen, stabiler Betrieb) dringend benötigt.

Für den Korridor zwischen Köln Hbf und Düsseldorf Hbf (rechtsrheinisch) und die durchgehenden Linien RE1, RE5 und S6 zeigt sich seit Jahren ein kontinuierlicher Fahrgastzuwachs. So stieg zwischen 2010 und 2014 die Nachfrage um 14%. Diese Entwicklung setzte sich auch zwischen 2014 und 2016 fort - mit einem deutlichen Zuwachs der Nachfrage um +9% auf 47.200 Fahrgäste. Zusätzlich verkehrte 2016 erstmals zwischen Düsseldorf Hbf und Köln Hbf auf linkrheinischer Seite die Linie RE6a. Zwischen beiden Oberzentren nutzten werktags rund 3.500 Fahrgäste dieses Angebot.

Der Korridor zwischen Düsseldorf Hbf und Duisburg Hbf verzeichnete 2016 für die 7 Nahverkehrslinien eine Nachfrage von rd. 71.400 Fahrgästen pro Werktag - ein Zuwachs gegenüber 2014 von +6%. Auch hier setzte sich der Trend vorheriger Jahre fort, der in besonderem Maße von der Einführung des RE-Konzepts 2010 beeinflusst wurde.

Auch im Bereich Duisburg Hbf - Essen Hbf stieg das Fahrgastaufkommen der Linien RE1, RE2, RE6, RE11 und S1 - zwischen 2014 und 2016 um rd. +5%. Bereits zwischen 2010 und 2014 erfolgte hier eine Nachfragesteigerung um rd. +17%, insbesondere durch die Taktverdichtung der Linie RE11 ab 12/2010.

Eine ähnliche Entwicklung fand auch im Korridor Essen – Dortmund mit den Linien RE1, RE6, RE11 und S1 statt. Zwischen 2014 und 2016 wuchs die Fahrgastzahl um +3%, nachdem diese bereits zwischen 2010 und 2014 um +16% zugelegt hatte.


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Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe