Statistik und Datenmanagement

Das KC ITF NRW verfügt über eine umfangreiche Datenbank zu NRW-weiten Nachfrage- und Betriebsleistungsdaten, die regelmäßig fortgeschrieben wird. Damit zeitnah auf Nachfrageänderungen reagiert werden kann, werden die Daten zur Fahrgastnachfrage (z. B. Pkm, Ein- und Aussteiger je Station, Reisende je Streckenabschnitt) auf den SPNV-Linien in ganz NRW fortlaufend ausgewertet. So werden u.a. Untersuchungen zu Knotenbelastungen durchgeführt, aber auch Korridorbetrachtungen mit Auswertungen von Querschnittsbelastungen.

Auch neue Angebotskonzepte im Rahmen der ITF-Weiterentwicklung werden mit der Nachfrageentwicklung abgestimmt, um eine bestmögliche Abdeckung von Angebot und Nachfrage im SPNV in NRW zu gewährleisten. Zur Darstellung der Entwicklung des Verkehrsangebotes in NRW werden jährlich auf Basis der Jahresfahrpläne die Betriebsleistungsdaten aktualisiert (z. B. Zkm/Jahr je Linie und NRW-Teilraum).

Der NRW-Takt: Entwicklung von Angebot & Nachfrage

Seit Einführung des NRW-Takts im Jahr 1998 wurde das SPNV-Angebot in NRW konsequent ausgebaut. Der Erfolg dieser SPNV-Maßnahmen und die Akzeptanz bei den Fahrgästen lassen sich anschaulich an der Entwicklung der Zug- und Personenkilometer (Zkm; Pkm) darstellen:

So konnte bis heute das jährliche Angebot gegenüber 1997 sukzessive um 27 Millionen Zugkilometer auf rund 102 Millionen Zugkilometer gesteigert werden.

Das Fahrgastaufkommen beläuft sich indes auf ca. 10,2 Mrd. Pkm im Jahr 2014. Dies entspricht einer Zunahme von etwa 85 % gegenüber dem Vergleichsjahr 1999 und zeigt damit deutlich eine überproportionale Steigerung der Fahrgastnachfrage (Pkm) im Vergleich zur Erweiterung des Verkehrsangebotes (Zkm).

Stark frequentierte Stationen

Täglich nutzen rund 2,6 Mio. Menschen den Schienennahverkehr in NRW für ihren Weg zur Arbeit, zu Studium und Schule, zum Einkauf oder für Fahrten in der Freizeit.

Sieben der rund 760 Bahnstationen in NRW weisen täglich mehr als 50.000 SPNV-Fahrgäste (Ein-und Aussteiger) auf, die am meisten frequentierten Stationen bilden dabei der Düsseldorfer Hbf (182.000) und der Hauptbahnhof Köln Hbf (161.000). Es folgen mit Essen Hbf, Dortmund Hbf und Duisburg Hbf die Stationen der Ruhrachse, sowie die Station Köln Messe/Deutz und die westfälische Universitätsstadt Münster. In Summe haben die nachfragestärksten Bahnhöfe (mit mehr als 25.000 Nahverkehrsreisenden) täglich rund 1 Mio. Fahrgäste.

Der Großteil der NRW-Stationen weist ein Fahrgastaufkommen zwischen 500 und 5000 Nahverkehrsreisenden pro Tag auf. Rund 60 Stationen werden von weniger als 100 Ein-und Aussteigern täglich frequentiert. Bei diesen handelt es sich mehrheitlich um Bedarfshalte oder kleine Stationen, die nur im Zwei-Stundentakt oder unregelmäßig angefahren werden.

Stationsname Ein-und Aussteiger Mo-Fr 2014
Gesamt 1.027.300
Düsseldorf Hbf 182.100
Köln Hbf 160.900
Essen Hbf 108.000
Dortmund Hbf 89.200
Duisburg Hbf 70.900
Köln Messe/Deutz 61.800
Münster Hbf 57.000
Bochum Hbf 42.100
Bonn Hbf 40.800
Wuppertal Hbf 35.000
Neuss Hbf 33.600
Mönchengladbach Hbf 30.100
Bielefeld Hbf 30.000
Köln Hansaring 29.700
Hamm 28.800
Oberhausen Hbf 27.000

Stark frequentierte Streckenabschnitte

Der Streckenabschnitt zwischen Köln Hbf und Köln Messe/Deutz gehört zu den am stärksten ausgelasteten Schienenstrecken in NRW. Rund 134.000 Fahrgäste nutzen täglich diesen Streckenabschnitt über die Hohenzollernbrücke. Ebenfalls stark ausgelastet ist der Korridor zwischen Duisburg Hbf und Düsseldorf Hbf mit der Anbindung des Düsseldorfer Flughafens. Die Nachfrage auf den insgesamt 7 durchgehenden Nahverkehrslinien ist zwischen 2006 und 2010 um ca. 15% auf täglich etwa 60.000 Fahrgäste angestiegen. Im Jahr 2014 waren werktags durchschnittlich 68.000 Fahrgäste zwischen den beiden Oberzentren im VRR unterwegs, im unmittelbaren Einzugsbereich des Düsseldorfer Hauptbahnhofs stieg die Nachfrage auf bis zu 93.000 Fahrgäste pro Werktag an.

Mit dem RE-Konzept 2010 sind im Rahmen der Weiterentwicklung des NRW-Takts die Laufwege und Taktungen ausgewählter Linien des Landesnetzes NRW angepasst worden. Die RE 1 verkehrt seither ab Paderborn Hbf über Düsseldorf Hbf bis Aachen Hbf und löst damit im Abschnitt Paderborn Hbf – Hamm Westf. die RE 11 ab, die hier zuvor nur werktags im Zweistundentakt verkehrte. Die RE 11 erhielt den neuen Laufweg Hamm – Duisburg – Mönchengladbach, das Angebot wurde auf einen täglichen Stundentakt ausgeweitet. Die Linie RE 2 verläuft seither ab Duisburg Hbf statt nach Mönchengladbach stündlich bis Düsseldorf Hbf. Damit fahren die Züge auf der zentralen Achse zwischen Dortmund und Düsseldorf weitgehend im 20-Minuten-Takt.

Und das mit Erfolg: Seit der Einführung des RE-Konzeptes im Dezember 2010 hat sich bis 2014 das Fahrgastaufkommen auf den Streckenabschnitten zwischen Duisburg Hbf – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf Hbf nochmals um weitere 13 % erhöht. Auch im Korridor zwischen Hamm und Duisburg Hbf sind seit 2010 Fahrgastzuwächse bis zu ca. 33 % insbesondere durch die Taktverdichtung RE 11 und des RE 1 in/aus Richtung Paderborn zu verzeichnen. Diese positive Entwicklung setzte sich ebenfalls im Abschnitt Hamm – Paderborn Hbf mit einer Zuwachsrate von ca. 28 % fort.

Neben der erhöhten Gesamtnachfrage im SPNV in NRW stellt die Abwicklung der Nachfrage in den Hauptreisezeiten eine besondere Herausforderung an die landesweite Angebotsplanung dar.


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Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe