Das Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan NRW

Qualität

Jährliche Qualitätsanalysen


Seit 2011 werden die Qualitätsdaten des SPNV für Betrieb und Infrastruktur jährlich in Bielefeld zu einem landesweiten Qualitätsbericht SPNV NRW zusammengefasst.

Das bereits seit 2009 durchgeführte Monitoring der Langsamfahrstellen in NRW (Netzzustandsberichte) wurde als Bestandteil der Infrastrukturbetrachtung in den Qualitätsbericht integriert. Somit erhält der Leser einen gesamten Überblick über die Qualität und mögliche Mängel des SPNV in NRW.

Der Qualitätsbericht, der zudem jeweils aktuelle Themen des SPNV in NRW aufgreift, wird im Auftrag des Ministeriums für Verkehr (VM) erstellt.

Qualitätsbericht SPNV NRW 2018

Alle nachfolgenden Themen, sowie viele darüber hinausführende Informationen, sind im diesjährigen Qualitätsbericht SPNV NRW zu finden.

Nahverkehrsangebot in NRW

In NRW sind 2018 insgesamt ca. 109,5 Mio Zkm angeboten worden. Die 13 im SPNV aktiven EVU verteilen sich dabei auf insgesamt zehn im Transportsektor agierende Dachgesellschaften. Dabei erbringt die DB Regio insgesamt über 60% der in NRW angebotenen Verkehrsleistung. Durch die Übernahme des Teutoburger-Wald-Netz kommt die eurobahn (Keolis) auf insgesamt ca. 14%, Abellio erbringt knapp 9%. Eine Übersicht aller in NRW aktiven EVU ist im Qualitätsbericht auf Seite 11 zu finden, eine liniengenaue Darstellung der EVU für die Jahre 2018 und ein Ausblick für 2022 ist nachfolgend zu finden:

Pünktlichkeiten

Die Pünktlichkeit der Nahverkehrslinien in NRW hat 2018 im Vergleich zu den Vorjahren weiter abgebaut. Über das Jahr betrachtet erreichten insgesamt circa 84% aller Fahrten ihr Ziel pünktlich (Verspätungen ab 3:59 Minuten). Am pünktlichsten waren dabei die S-Bahnen, hier kamen knapp 90% aller Fahrten pünktlich an. Bei den Regionalbahnen (RB) waren es 85,5% und bei den Regionalexpress-Linien (RE) 78,2%. Die Untersuchung einzelner Linien befindet sich im Qualitätsbericht auf den Seiten 24 – 33. Die Entwicklung der Pünktlichkeitsquoten aller Nahverkehrslinien seit 2014 ist auf den Seiten 66 – 67 aufgeführt. Eine Liniengenaue Darstellung der Pünktlichkeitsquoten auf Basis des Regionalverkehrsplans kann hier als PDF heruntergeladen werden:

Da RE-Linien häufig einen langen Laufweg in Kombination mit hohen Fahrgastzahlen aufweisen, bestehen an verschiedenen Stellen im Linienverlauf Risiken eines Verspätungsaufbaus. Insbesondere für die Linien auf den Hauptstrecken entlang der großen Eisenbahnknoten sind zudem die Möglichkeiten für Fahrzeitpuffer, die gezielt zum Verspätungsabbau eingesetzt werden können, im Rahmen der Fahrplankonstruktion gering. Aus diesem Grund ermöglicht die Analyse der Ankunftspünktlichkeit an einzelnen Messpunkten einer Linie detaillierte Informationen über Streckenabschnitte mit großen Verspätungsrisiken oder Erholungsphasen im Fahrtverlauf einer Nahverkehrslinie. Im Anschluss daran können Aussagen über die Ursachen und Probleme für etwaige Verspätungsgründe getroffen werden. Dazu zählen beispielsweise zeitlich knappe Fahrplankonstruktionen oder dispositive Einflüsse aufgrund von Zugfolgekonflikten mit dem Fernverkehr.

Eine Beispielhafte Auswertungen der in den Verkehrsverträgen definierten Messpunkte des RE 1 ist nachfolgend dargestellt. Weitere Linienuntersuchungen und Erläuterungen befinden sich im Qualitätsbericht auf den Seiten 27 – 30.

Zugausfälle

2018 fielen in NRW insgesamt knapp sechs Millionen bestellte Zkm aus. Dies sind knapp 2,5 Millionen Zkm mehr als im Vorjahr (Angebot in NRW 2018 insgesamt: ca. 109 Mio. Zkm). Sowohl die vorhersehbaren (beispielsweise aufgrund von Baumaßnahmen) Ausfälle als auch die nicht vorhersehbaren Zugausfälle (Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur oder fehlendes Personal) erreichten neue Höchstwerte. Der Qualitätsbericht beinhaltet auf den Seiten 34-37 für beide Kategorien Beispiele und Gründe für das entfallen der Verkehrsleistung. Die Seiten 66 und 67 beinhalten einen Vergleich der Zugausfallquoten aller Nahverkehrslinien über die letzten fünf Jahre. Eine Liniengenaue Darstellung der Zugausfälle auf Basis des Regionalverkehrsplans kann hier als PDF heruntergeladen werden:

Analyse des Netzzustands

Die Analyse des Netzzustands anhand der Auswertung der Langsamfahrstellen im Schienennetz NRW zeigt eindeutig, dass sowohl Bautätigkeiten als auch Mängel an der Infrastruktur den Nahverkehr einschränken und im Verlauf der letzten Jahre deutlich zunehmen. Bauarbeiten verursachten 2018 über 50 % aller eingerichteten La-Stellen und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um über ein Drittel an. Infrastrukturmängel haben sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt sogar mehr als verdreifacht. 2018 waren im Monatsmittel über 120 km des Streckennetzes in NRW nur mit verminderter Geschwindigkeit nutzbar. Eine monatsgenaue Auflistung der Anzahl und Länge der Langsamfahrstellen in NRW 2018 nach Ursachen, der Dauer-La-Stellen und La-Stellen im VzG 2018 sind im Qualitätsbericht auf den Seiten 52 – 55 aufgeführt.

Stationsqualität

Die Stationsqualität in NRW lag 2018 auf einem ähnlich guten Niveau wie bereits im Vorjahr. Knapp zwei Drittel aller Stationen weisen ein akzeptables Erscheinungsbild auf, währenddessen ca. jede zehnte Station als nicht akzeptabel bewertet wurde. Regional gibt es Unterschiede bei Problemen mit Graffiti, Sauberkeit und Funktionalität, auch der Umgang mit nicht mehr genutzten Anlagen ist weiterhin ungeklärt. Eine stationsscharfe Beurteilung aller in NRW vom SPNV genutzten Verkehrsstationen sowie weitere Informationen zu den aufgestellten Vergleichskriterien sind im Qualitätsbericht auf den Seiten 56 – 59 dargestellt, die grafische Zusammenfassung steht auch nachfolgend als Download zur Verfügung:

Entwicklung der Fahrgastzahlen im SPNV

Das Niveau der landesweiten SPNV-Nachfrage lag 2018 deutlich höher als noch vor einigen Jahren. Die Entwicklung der SPNV-Nachfrage ist damit zwar weiter positiv, im Vergleich zu den Vorjahren jedoch abgeschwächt. Limitierende Faktoren bilden hier vor allem die deutliche Überlastung der verfügbaren Strecken und Zugkapazitäten, die zunehmend angespannte Betriebsleistung (Ausfälle, Pünktlichkeit) und die zunehmenden Bautätigkeiten für die notwendige Instandhaltung und Erweiterung der Infrastruktur. Deutliche Zuwächse, die sich auch 2018 fortsetzten, sind dagegen für die Wochenenden zu verzeichnen. Zwischen 2010 und 2018 stieg die Zahl der Ein- und Aussteiger sowohl an Samstagen als auch an Sonntagen um rund ein Viertel. Mehr Informationen bezüglich der SPNV-Nachfrage inklusive der Betrachtung einzelner Korridorabschnitte sind im Bericht auf den Seiten 18 – 21 sowie unter Statistik und Datenmanagement zu finden.

Meilensteine auf dem Weg zum RRX

Als zweites Sonderthema beinhaltet der Bericht bisher erreichte Meilensteine auf dem Weg zum RRX. Bis das RRX-Zielkonzept komplett umgesetzt und sieben RRX-Linien in NRW verkehren, werden noch einige Jahre vergehen. 2018 konnten dennoch wichtige Fortschritte auf diesem Weg erzielt werden. Die ersten neuen RRX-Fahrzeuge sind seit Dezember auf der Linie RE 11 (RRX) im Einsatz, zeitgleich dazu nahm das RRX-Instandhaltungswerk in Dortmund-Eving den Betrieb auf. An den sogenannten RRX-Außenästen wurde an insgesamt 30 Stationen mit dem Ausbau für einen barrierefreien Einstieg mit entsprechender Bahnsteighöhe und Länge begonnen. Auf der RRX-Stammstrecke erteilte das Eisenbahnbundesamt unter anderem das Baurecht für die Streckenabschnitte in Leverkusen und Essen. Erreichte Erfolge, nähere Informationen und Informationen zum Vorlaufbetrieb sind im Bericht auf den Seiten 60 – 63 aufgeführt.

Qualitätsbericht SPNV NRW 2018 zum Herunterladen:


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